Rückblick Webinar Teil 4: Professionelles Layout im Browser – automatisiert mit Aptoma DrEdition
Wie weit lässt sich die Printproduktion heute automatisieren? Und was braucht es, damit aus strukturiertem Content nahezu automatisch fertige Zeitungs- und Magazinseiten entstehen? Im vierten Teil unserer Webinarreihe zur Layout-Automatisierung haben wir Aptoma DrEdition vorgestellt – inklusive Live-Demo direkt im Browser.
Layout-Automatisierung ist längst mehr als eine technische Spielerei. Wiederkehrende und zeitintensive Produktionsschritte sollen automatisiert werden, damit sich Redaktion und Produktion stärker auf andere Aufgaben konzentrieren können. Gleichzeitig ist die Automatisierung häufig Teil umfassender Digitalisierungs- und Transformationsprojekte.
Nachdem wir in den vergangenen Webinaren bereits andere Ansätze zur Layout-Automatisierung vorgestellt haben, stand am 2. Oktober 2026 die Aptoma DrEdition im Mittelpunkt. Seit 2026 ist a&f systems offizieller Aptoma-Partner für die DACH-Region.
Browserbasiert zum automatisierten Layout
Aptoma DrEdition ist eine vollständig browserbasierte SaaS-Lösung für die automatisierte Printproduktion. Die Layouts werden auf Basis von Mustern und strukturierten Informationen erzeugt. Voraussetzung dafür ist eine entsprechend strukturierte Content-Quelle. Denn Automatisierung beginnt nicht erst beim Layout. Informationen wie Ausgabe, Ressort, gewünschte Platzierung, Priorität oder Artikelgrösse helfen dem System dabei, Inhalte passend einzuordnen. Im Webinar wurde dies anhand des Headless CMS Purple gezeigt: Artikel werden dort erstellt, strukturiert und für die Printproduktion vorbereitet. Aptoma übernimmt diese Inhalte anschliessend für die automatisierte Seitengestaltung.
Dabei gilt: Je strukturierter der Content und je mehr relevante Metadaten vorhanden sind, desto höher kann der Automatisierungsgrad ausfallen.
Live-Demo: Von der Artikelplanung zur fertigen Ausgabe
Wie das in der Praxis funktioniert, zeigte Matthias Fischer direkt im System. Ausgangspunkt war eine vorbereitete Ausgabe mit verschiedenen Artikeln, Ressorts, Prioritäten und definierten Artikelgrössen. Nach dem Start der Automatisierung sucht Aptoma passende Artikel für die jeweiligen Seiten, berücksichtigt deren Eigenschaften und wählt geeignete Layoutmuster aus. Anschliessend werden die Inhalte auf den Seiten platziert. Das langfristige Ziel: Ein möglichst hoher Automatisierungsgrad, bei dem sich Content-Editoren nicht mehr mit dem eigentlichen Seitenlayout beschäftigen müssen und das Layout möglichst spät im Produktionsprozess automatisiert erzeugt wird.
Dynamische Templates statt starrer Seitenmuster
Ein wichtiger Punkt der Demo: Die hinterlegten Templates beschreiben nicht einfach ein starres Layout. Sie definieren vielmehr, wie einzelne Elemente zueinanderstehen und welche Bestandteile verwendet werden können. Headline, Intro, Bilder, Zitate oder Infoboxen können beispielsweise als Bestandteile eines Artikels definiert werden. Elemente lassen sich optional gestalten. Dadurch kann dasselbe Grundmuster mit unterschiedlich umfangreichen Artikeln funktionieren und sich an verschiedene Flächengrössen anpassen. Auch unterschiedliche Layoutvarianten sind möglich. Das System kann mehrere Vorschläge für einen Artikel erzeugen, aus denen die Anwender auswählen können. Ändert sich der Content, kann sich auch das Layout entsprechend anpassen. In der Live-Demo wurde beispielsweise eine Headline verlängert und das Layout anschliessend direkt aktualisiert.
Automatisieren – und trotzdem eingreifen können
Trotz des hohen Automatisierungsgrades bleibt die Möglichkeit zur manuellen Anpassung bestehen. Im webbasierten Layout-Editor können beispielsweise Elemente ein- oder ausgeblendet, Bildgrössen verändert oder bestimmte Layoutparameter angepasst werden. Auch gestalterisch bietet das System verschiedene Möglichkeiten. In der Demo wurden unter anderem unterschiedliche Bildformen, Freisteller und Textumläufe gezeigt.
Der Fokus bleibt jedoch klar: Der Layout-Editor soll nicht sämtliche Möglichkeiten einer klassischen Layoutsoftware nachbilden. Ziel ist vielmehr, möglichst viele repetitive Arbeitsschritte zu automatisieren und manuelle Eingriffe auf die Fälle zu konzentrieren, in denen sie tatsächlich notwendig sind.
Was passiert bei Übersatz?
Auch eine typische Frage aus der Praxis wurde im Webinar beantwortet: Was geschieht, wenn ein Text nicht in die vorgesehene Fläche passt? Aptoma kürzt den redaktionellen Text nicht automatisch. Stattdessen arbeitet das System innerhalb der zuvor definierten Möglichkeiten eines Templates. Beispielsweise können optionale Elemente entfallen, Bilder innerhalb bestimmter Grenzen angepasst oder Abstände verändert werden. Reichen diese Möglichkeiten nicht aus, wird der Übersatz angezeigt und ein manueller Eingriff ist erforderlich. So bleibt die inhaltliche Kontrolle bei der Redaktion.
Aptoma oder eine andere Lösung?
Zum Abschluss ordneten Christoph Brun und Matthias Aptoma auch gegenüber anderen Lösungen zur Layout-Automatisierung ein. Ein wesentlicher Unterschied liegt in der technischen Architektur: Aptoma ist browserbasiert und benötigt eine vorgelagerte Content-Quelle. Die im Webinar gezeigte Konstellation verbindet beispielsweise Purple als Headless CMS mit Aptoma für die Printproduktion. Welche Lösung für ein Medienhaus die richtige ist, hängt deshalb stark von den bestehenden Systemen, Prozessen und Anforderungen ab.
Genau hier setzt die a&f systems ag mit einer vorgelagerten Analyse an. Bei Aptoma-Projekten kann beispielsweise eine Pre-Study durchgeführt werden. Dabei werden Management, Redaktion, Produktion und IT einbezogen, um strategische Rahmenbedingungen, Prozesse, Systemlandschaft und organisatorische Anforderungen zu betrachten. Das Ergebnis sind konkrete Empfehlungen – auch mit der Möglichkeit, dass sich eine andere Lösung als geeigneter herausstellt.
Denn ein hoher Automatisierungsgrad entsteht nicht allein durch die Einführung eines neuen Tools. Wer das Potenzial der Layout-Automatisierung ausschöpfen möchte, muss auch bestehende Workflows analysieren, standardisieren und gegebenenfalls neu denken.
Wiederkehrendes automatisieren, Freiraum schaffen
Genau darin liegt der zentrale Gedanke hinter Aptoma DrEdition: Wiederkehrende Produktionsschritte sollen möglichst automatisiert ablaufen. Gleichzeitig bleiben manuelle Eingriffe dort möglich, wo besondere Gestaltung gefragt ist. Auch hybride Workflows sind möglich. Aufwendig gestaltete oder extern produzierte Seiten können beispielsweise als fertige PDFs in eine Ausgabe integriert werden, während der restliche Teil automatisiert produziert wird. So muss Layout-Automatisierung nicht bedeuten, jede Seite vollständig automatisch zu erstellen. Vielmehr geht es darum, dort zu automatisieren, wo repetitive Arbeit entsteht – und dadurch mehr Zeit für die Aufgaben zu schaffen, bei denen redaktionelle oder gestalterische Kompetenz gefragt ist.